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Mes chers,

Dieser Artikel ist die Folge einer Unterhaltung, die ich vor einiger Zeit mit meinem Nachbarskind hatte, und die mir nun wieder in den Sinn gekommen ist. In der Schule wurde ein wenig darüber gesprochen, wie es zum Nachnamen kam und was ein solcher bedeuten kann.

In diesem Zusammenhang fragte mich das Kind auf einmal sehr nachdenklich:

Warum haben eigentlich Könige keine Namen?

«Pardon?» frage ich verdutzt. «Natürlich haben sie Namen, wie kommst du denn darauf? In Frankreich sind es sogar besonders schöne» – pardon, das konnte ich mir nicht verkneifen – «beispielsweise François, Henri, oder, der beste von allen, Louis

«Nein», sagt der Kleine, « ich meine doch die Nachnamen. Könige haben keine Nachnamen

Jetzt bin ich noch verdutzter. 

«Natürlich haben sie Nachnamen», sage ich, «ebenso wie Herzöge, Grafen und so weiter. Manchmal ist es der Name des Geschlechts, manchmal tatsächlich ein realer Nachname. In Frankreich gibt es das Maison Bourbon, der Name des Geschlechts, der auch als Nachnamen verwendet wird.»

«Aha», sagt mein Nachbarskind, «und wie heißt denn die englische Königin?» ich verkneife mir ein: ausgerechnet die – moderne Monarchen überzeugen mich nicht wirklich – und sage: «Windsor». 

Der Kleine denkt nach.

«Und warum nennt man dann diesen Nachnamen nicht?»

«Hm», sage ich, «Nachnamen sind doch im Mittelalter erfunden worden, um die Menschen besser voneinander unterscheiden zu können. Daher basieren viele Nachnamen ja auch auf Berufen. Bernhard, der Schneider, beispielsweise. Aber Könige gibt es im Idealfall immer nur einen. Man benötigt keinen Nachnamen, um ihn zu unterscheiden. Um eine Unterscheidung zu seinem Nachfolger zu erreichen, nimmt man ja die Ordnungszahl herbei. Louis XIV – obwohl: bei ihm sollte nach wie vor ein schlichtes Le Roy Louis genügen. Er ist ja einzigartig.» – ja, mein Nachbarskind weiß, wer das ist. Ihm kann man gar nicht entgehen, wenn man mit mir zu tun hat.

Der Kleine strahlt mich an: «Das ist eine Erklärung, die mir gefällt. Sie haben Nachnamen, müssen sie aber nicht benutzen, weil ohnehin jeder weiß, wer sie sind. Und bei der Königin kann man ja einfach sagen: das ist die Frau von.» 

Ich habe das so stehen lassen. Manche Frauenrechtlerin heutzutage würde es nicht so schön finden, aber wenn der König beeindruckend genug ist, ist das doch durchaus ein Kompliment

Im zweiten Teil: woher stammen Nachnamen und was bedeuten sie?