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Mes chers,

heute widme ich mich einmal mehr einem Thema für meine deutschsprachige Leserschaft, aber: das Grundthema ist natürlich français 😉

In meinen Artikeln zum Thema faux-amis, falsche Freunde , der zweite Teil ist unter dem ersten verlinkt, widmete ich mich den vielen angeblich französischen Ausdrücken, die den Eingang in die deutsche Sprache gefunden haben, aber keinesfalls französisch sind oder anders verwendet werden.

Die deutsche Sprache ist aber auch reich an Worten, die im Ursprung aus der französischen Sprache stammen. Warum beispielsweise soll man keine Fisimatenten machen?

Der Ausdruck bedeutet sinngemäß: ne faire pas des bêtises, keinen Blödsinn machen. Doch wo kommt er her?

Nun, besonders die Rheinländer hatten ja über die Jahrhunderte immer einmal wieder Besuch von französischen Armeen und/oder Herrschern – auch cher Louis XIV konnte sich die deutsche Frage beantworten: Warum isset am Rhein so schön? – manchmal auch Besuch von Möchtegern-Monarchen kleinen Wuchses, nicht wahr, Monsieur Mala… Bonaparte, pardon.

Eben dieser Herr, der seinen Namen auch einem Komplex gegeben hat – Napoleon-Komplex – suchte auch die Stadt Koblenz heim und ließ sich mit seinen Armeen dort nieder. Die französischen Herren bewohnten natürlich Zelte, en français: une tente. Waren die Herren nun interessiert an den hübschen Koblenzer Mädchen, lautete die Einladung: Oh, Mademoiselle, visitez ma tente!

Die Koblenzer Damen, die nicht immer der französischen Sprache mächtig waren, verstanden: Mademoiselle fisiteematenteFisimatenten. Sie sagten also zu ihren Töchtern: Du machst nicht Fisimatententu ne visites pas la tente. Heute hat sich der Eindruck nicht nur für etwas Ungehöriges, sondern auch für etwas Blödsinniges eingebürgert.

Lesen Sie morgen, wie der Pumpernickel zu seinem Namen kam.  Danach muss ich aber mindestens eine Louis XIV Bildergalerie folgen lassen, um mich vom Tippen dieses Mala.. Bonaparte-Namens zu reinigen.

Ich verabschiede mich zum Ausgleich mit einem Zitat du Grand Roy:

Ces nouveau-riches d’aujourd’hui, c’est comme les fromages trop faits, on ne sait plus garder les distances.

Diese Neureichen von heutzutage sind wie ein gut gemachter Käse, man weiß nicht, wie man sich von ihnen fernhalten soll.

Passt auch ganz gut auf Monsieur… Sie wissen schon. Zumindest das neureich.