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Mes chers,

die Nachrichten von heute morgen sind erschreckend. « Frankreich fordert die EU zum Kampf auf » – so die deutsche Version, die französische Version habe ich noch nicht überprüft. Unsere so emsig sprechgewandte Zens-Ursula von der Leyen nickt schon einmal nett und hält ihren blonden Schopf in die Kamera. « Paris bittet EU-Staaten um militärischen Beistand », so N24.

Mes chers, ich frage Euch: ist all das jetzt notwendig? Die Hetzjagd, die auf « den Islam » gestartet wird, obwohl die meisten Muslime vollkommen friedliebende und gemäßigte Menschen sind? Es klingt abstrus in der derzeitigen Situation, aber Extreme sind immer eine Ausnahme-Erscheinung. Ist es richtig, diesen Ausnahmen so viel Aufmerksamkeit zu spendiert wird? Gewalt erzeugt immer Gewalt, davon bin ich überzeugt, Krieg ernährt den Krieg. Ich bin überzeugt davon, dass es einige Kriege in der Historie gab, die zu rechtfertigen bzw. zu erklären wären. Ich bin ebenso überzeugt, dass es mindestens ebenso viele unsinnige gab und gibt. Ich will jetzt hier keine Diskussion darüber beginnen, wann man einen Krieg überhaupt sinnvoll nennen sollte.

Was ist jetzt zu tun? frage ich. Ganz einfach: statt Agitation Beruhigung, und zwar nicht im Stil von « In Deutschland passiert so etwas nicht ». Was ist das für eine Aussage? Sie zeigt lediglich, dass sich Menschen in ihrem Land immer sicherer fühlen als irgendwo anders.

Was ist noch zu tun? Vermeidung, nach Möglichkeit, ganz klar. Attentate und Attentäter wird es immer geben, leider, weil es immer Fanatiker auf dieser Welt geben wird. Da hilft also nur Frühererkennung – und vor allem kein naives Abtun von Warnungen. Während einige « Krieg » und « Vergeltung » schreien, wünsche ich bessere Maßnahmen zur Vermeidung. Europa, das in dieser Hinsicht zusammenarbeitet. Und jetzt wird es krank: Die, die « Krieg » schreien, schreien zugleich auch « Datenschutz ». Mes chers, dieser ist doch faktisch ohnehin nicht mehr existent.

Mes chers, ich liebe Frankreich und die Franzosen. Ich habe in Paris, an der Loire, in der Bretagne und und und wunderbare gastfreundliche liebenswürdige Menschen kennen gelernt. Mit ihnen nun trauere ich um die Opfer der Attentate. Deshalb: sollte jetzt nicht die Trauer im Vordergrund stehen? Unschuldige Menschen werden in ihrer Wichtigkeit von unsinnigen politischen Phrasen verdrängt.

Besinnen Sie sich auf die Menschen. Mein Mann und ich stellen noch immer jeden Abend eine Kerze für die Opfer und werden das auch bis Freitag tun. Für die Opfer des 13. November.

Votre Louise