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Mes chers,

mittlerweile, oder, man muss sogar leider sagen – hat auch Halloween bei uns Einzug gehalten. Mit allen Konsequenzen: Sogar in unserer ländlichen Umgebung ziehen Kinder durch die Straßen und fordern Süßes. Die amerikanische Tradition ist uns nicht wichtig, wohl aber ihr Ursprung.

Mes chers, wir, mein Mann und ich, sagen von uns selbst, dass wir Katholiken mit alten Wurzeln sind. Heißt: wir werden morgen das katholische Allerheiligen begehen und aller Seelen gedenken, die uns wichtig waren und sind. Heute feiern wir das keltische Samhain, das in Irland, Schottland, Wales und in unserer geliebten Bretagne ein traditionelles Fest war. Mein Mann und ich sehen darin keinen Widerspruch.
Interessant ist, dass, wie im christlichen Glauben, auch hier die Zahl 40 eine Rolle spielt: 40 Tages nach Aequinox, der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche, findet Samhain statt. Wir lehnen es übrigens ab, bei Allerheiligen vom einem Fest für die Toten zu sprechen, denn wir glauben: das, was man Tod nennt, ist nichts anderes als der Übertritt in eine andere Form des Daseins.

Samhain bedeutet auch, dass die Schleier zwischen dieser und der anderen Welt durchlässiger noch werden als sie es sonst sind – für diejenigen, die wissen und verstehen. Samhain kommt vom Begriff Samonios, wie es der calendrier Coligny beschreibt und ist die Bezeichnung für den Monat November. Samhain bedeutet: das Ende des Sommers, aber: es ist auch der Beginn des keltischen Jahres. Der Winter ist also nicht Niedergang, wie es gern kolportiert wird, sonderm auch Neuanfang. Beginn. Die Erde zieht sich zurück und legt sich schlafen, um im Frühjahr ein neues Gewand anzulegen.
Mes chers, es war Samhain, als ich eine Aufgabe bekam, die sich bis heute auswirkt. Ein Auftrag, der mit dieser Aufgabe zusammenhängt, ist in der Fertigstellung begriffen.
Unsere Vorfahren wussten um die Bedeutung dieses Tages oder dieser Tage, sie fertigten Kalender an oder positionierten Steine. Selbst bei den Römern schon gab es ein Fest, bei dem die Anderswelt im Fokus stand.

Die Kelten glaubten, den Bewohnern der Elfenhügel nahekommen zu können. Weil das Unbekannte auch immer Furcht erzeugt, folgte bald die Vorschrift: Geht bei Samhain nicht aus dem Haus.
Mes chers, wir lieben Märchen, für uns sind Elfen gute Wesen, ebenso wie Engel Wesen des Lichts sind. Ich denke, eine respektvolle Begegnung mit ihnen ist eine Ehre. Seit 700 v. Chr wird in Tara das Fest von Tara begangen, und das große Treffen von Ulster fand ebenfalls Samhain statt – die Anwesenheit eines jeden Mannes war durch den König verordnetes Gesetz.

Und: auch das Christentum ist voll von Wundern. Ich möchte an dieser Stelle an die Heilige Ampulle erinnern, die das Heilige Öl enthielt, mit dem die Könige Frankreichs gesalbt wurden –  und auch die ein- oder andere Königin.
Wir werden gleich Kerzen aufstellen – eine Kerze für jeden, den wir lieben, egal wo sich die Seele befindet. Hier oder in der anderen Welt.
Zum Schluss bedenkt: allen Religionen dieser Welt ist eines gemein: die Botschaft, die Liebe in die Welt zu tragen. In diesem Sinne: gesegnetes Samhain. Gesegnetes Allerheiligen.

Votre Louise