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Mes chers,

der Tag heute war dem Musée Grévin gewidmet. Das Museum ist ein Wachsfiguren-Kabinett der besonderen Art. Die Besonderheit des Museums liegt  darin, dasss es quasi Themenparks, die Univers,  darin gibt. Die Wachsfiguren werden nicht nur aufgestellt, sondern in ihrem Umfeld präsentiert.

Erstaunlich fanden wir auch die Größe des Museums. Von außen, vom Boulevard Montmarte aus, wenn man davor steht, wirkt das Museum, mit Verlaub, nicht besonders spektakulär. Im Gegenteil, ich bin mehrfach daran vorbei gelaufen, weil zum einen die unmittelbare Nachbarschaft aus dem « Carnaval des Affaires », einer Art 1-Euro-Laden und ähnlichen Geschäften besteht, zum zweiten, weil das Museum eher wie eine Jahrmarkt-Attraktion aussieht.

Wir gehen also hinein. Überraschung: wir stehen in einem langen Gang, die Schlange ist – lang. Ja, 15 Uhr ist keine gute Zeit, für kein Pariser Museum – sie sind alle überlaufen. Für Fotos ein schlechter Zeitpunkt – statt Wachsfiguren hat man Touristen vor der Linse. Vielleicht gehen wir noch einmal hin. Aufgrund des äußeren Eindrucks wundern wir uns aber doch. Die gute Nachricht: wenn Sie im Besitz eines Museumspasses oder eines Paris-Passes sind, haben Sie zum einen Eintritt frei – anstattt des Betrages von 23 Euro – und: Sie haben einen gesonderten Eingang. Die Schlange ist uns also egal.

Nun, die Vorführung beginnt mit einer Art Illusions-Theater. Ich bin ehrlich, wegen meiner hätte diese nicht sein müssen. Da die Show vorbereitet werden muss, steht man – gefühlt lange – im ersten Stock vor dem Theater und wartet erst einmal. Dann geht es endlich los. Wie gesagt, es ist ein Illusions-Theater, bestehend aus Musik, Lichtspielen und Verstärkung durch Spiegel. Das Ereignis dauert ungefähr fünf bis zehn Minuten.

Danach darf man dann les Univers des Museum betreten – endlich. Hier offenbart sich nun die ganze Faszination des Museums. Beispielsweise werden bekannte Schauspieler in einem alten Theater-Saal präsentiert, und die Figuren sehen so täuschend echt aus, dass man sich fast entschuldigt, wenn man an ihnen vorbeidrängt.

Für einen ersten Eindruck kann man sich die Videos auf der Website des Museums ansehen. Zudem gibt es noch die Welt der Champions – Sport – eine Comicwelt für Kinder, und, endlich: Die Histoire de France.

Ich gebe zu, dass war zwiespältig. Während Louis XIII recht gut getroffen wurde, sieht cher Louis XIV aus wie eine Karikatur seiner selbst. Aufgrund der Menge amerikanischer Touristen haben wir schon überlegt, ob wir der Hollywood-Adaption von Louis XIV gegenüber stehen. Man findet auch: die Musketiere, schick zum Kampf arrangiert, leider aber auch, und da schaute ich nicht hin, Louis XVI und die französische Revolution. Requiescat in Pace, Louis XVI. Auch Eure Geschichte wird erzählt werden.

Dann die Überraschung: auch  très cher Louis XIV wurde adäquat in Szene gesetzt, diese wird noch mit barocker Festmusik untermalt – die nicht ganz passend ist, zeitlich ist das Stück  später anzusetzen als die Darstellung. Doch schauen wir uns die Szene an:

Zum Vergleich habe ich übrigens ein relativ wirklichkeitsgetreues Bild eines Gemäldes von Le Brun, das den König zeigt, beigefügt. Die Darstellung im Museum ist wirklich reichlich übertrieben. Im ersten Augenblick war das für mich Grund genug, auf ein Foto zu verzichten. Dann riet mir mein Gatte, die Gesamtszene zu betrachten – und sieh an. Wen hat man dem König an die Seite gestellt? Niemand anderes als chère Madame Louise de La Vallière.

Interessant:  Man hat den König hinsichtlich Kleidung und aufmachen in die 1680er platziert.  In ein Jahrzehnt, in dem es  Louise de La Vallière in der Welt offiziell nicht mehr gab.

Da hat jemand entweder etwas verstanden oder ein untrügliches Gespür bewiesen.

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