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Mes chers,

nun denn. Wissen Sie, am Louvre fasziniert mich insbesondere die Fassade. Sie erzählt eine Geschichte – und ist ein wunderbares Bilderrätsel. Pardon, wenn Sie nun einige Bilder noch einmal ansehen müssen, aber ich lade Sie ein: gehen Sie mit mir auf die Reise. Beginnen wir.

Mes chers, der Louvre ist alt – und war eben nicht immer ein Museum, sondern vor allem ein Palais Royal. Begonnen unter Philippe II Auguste, Roy des Francs, dann Roy de France – das ist nicht dasselbe – von 1180 bis 1223, wurde der Louvre immer wieder durch verschiedene Monarchen angebaut, umgebaut, erweitert.

Das Problem mit dem Platz hatte schon François Ier, Roy de France von 1515 – 1547, was zum Bau von Fontainebleau  führte. Merkwürdigerweise spricht hier niemand von Verschwendung, obwohl Fontainebleau im Vergleich teurer kam als Versailles.  Der letzte König, der noch auffällige Veränderungen am Louvre vornehmen ließ, war Louis XIV, der selbst nach dem Umzug nach Versailles und dem Einzug diverser Akademien, die ihren Platz im Louvre fanden, ab und ab noch im Louvre sein Quartier aufschlug.

Die Fassade des Louvre, sofern erhalten, erzählt einen Teil der Geschichte. Schauen wir also.

Was können wir hier sehen? Hier haben sich einige der französischen Könige im Bauwerk ein Denkmal gesetzt. Beginnen wir mit dem mittleren. Was erkennen wir? Ein H und ein C. Gut, denken wir nach: Cathérine de Médicis und Henri II. Unter dem gemeinsamen Emblem das H von Henri II. Interessant übrigens: Man könnte das ganze auch als H mit eingebetteten D lesen – interessant deshalb,  weil der gute Henri nicht seine Frau liebte, sondern Diane de Poitiers. Da ich den beiden ihre ehrliche Zuneigung zueinander glaube, werde ich hier nicht den Begriff der Maîtresse verwenden. Das hat spätestens seit der Marquise de Pompadour etwas despektierliches.

Setzen wir fort mit Bild Nummer III: A und L, darunter L für den König. D’accord, bei L braucht man nicht lange nachzudenken: Louis. Und nun: welcher von neunzehn möglichen? Zwei Kandiaten hätten wir, die jeweils eine Anne geehelicht haben. Louis XII und Anne de Bretagne bzw. der numerische Nachfolger, Louis XIII und Anne d’Autriche. Hm. Ich muss sagen, dass ich ja eher zu Louis XII tendiere, der seine Anne aufrichtig liebte. Das, was zwischen Louis XIII und Anne d’Autriche bezeugt ist, geht eindeutig in die andere Richtung. Schön, Louis XIII hat einige bauliche Änderungen am Louve vorgenommen, dennoch halte ich Louis XII als Urheber für wahrscheinlicher.

Damit kommen wir zu folgendem:

LB. Aha. Das erste, was mir spontan einfiel, war Louis de Bourbon. Das L unter dem Emblem steht, wie wir ja wissen, für den Königsnamen. Folgen wir einmal der offiziellen Geschichte: ja, heißt es in einschlägigen Dokumenten, LB hat cher Louis XIV an der Fassade hinterlassen.

LB? Doch dann frage ich mich: wieso weicht er ab? Wieso hinterlässt er seine Initialen, ohne Nennung einer Königin?

Und: seit wann kennzeichnet sich ein König durch seine Initialen? die Unterschrift des französischen Königs besteht im Regelfall aus seinem Vornamen oder aus seinen Initial. Einem. In Fontainebleau findet sich das F von François Ier ebenso wie in Chambord.
Schauen wir bei den Engländern: dort finden wir gerne so etwas wie HR, Henricus Rex. ER, für Königin Elizabeth I.
Ausgerechnet Louis XIV soll hier eine Ausnahme machen?
Interessanterweise habe ich in Büchern schon die Theorie gefunden, dass er so viel Wert auf seinen Nachnamen gelegt habe, weil die Vaterschaft des Königs Louis XIII schon immer still thematisiert worden ist. Diese Idee wird übrigens von seinen Gegnern gerne aufgegriffen – und nicht wohlmeinend. Merkwürdig, man könnte auch sagen: Sieh dir das an, der größte der französischen oder sogar der europäischen Könige oder sogar der… 😉 hat keinen königlichen Vater und ist trotzdem zu solchen Leistungen fähig. Hier fehlt mir in vielen Büchern der Respekt vor der Arbeit des Königs.
Dass der Vater des Königs also nicht sein Vater ist, wird gerne und rasch geglaubt. Anders verhält es sich leider mit der Geschichte meiner Heldin. Würde man Louise de La Vallière ihre tatsächliche Rolle zugestehen, hätte das historisch ziemliche Auswirkungen.

A suivre, mes chers: die Lösung.