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Mes chers,

eine erste Abhandlung über die sogenannten falschen Freunde habe ich ja schon hinterlassen. Zu einem weiteren Beitrag komme ich nun, weil dies wieder eine Geschichte ist, die das Leben schreibt.

In einem Forum stolperte ich über die Frage, was denn im französischen das Wort délicatesse bedeute? Der Fragende mokierte sich dann darüber, dass sich da ein Herr offensichtlich einer Dame avec délicatesse genähert habe. Nun, mes chers, la délicatesse ist tatsächlich etwas, von dem man sagt, dass sich die Franzosen darauf verstehen: es bedeutet Zartheit, Feinheit, Behutsamkeit.

Ein Mann, der sich darauf versteht, ist also kein Lebensmittelhändler, der im übrigen ein traiteur ist. Wenn dieser Sie an der Kasse übers Ohr haut, ist er ein traître. Auch damit wurde ich während einer Französisch-Nachhilfe schon beglückt: jemand bezeichnete Monsieur Fouquet, der als Finanzminister de cher Louis XIV lange Finger machte, als traiteur und begründete damit dessen Verhaftung.

Nein, liebe Leserschaft: Fouquet wurde nicht verhaftet, weil er schlechtes Essen lieferte. Er wurde verhaftet, weil bald kein Geld mehr da gewesen wäre, um solches zu kaufen – und weil er dreist genug war, chère Louise de La Vallière nachzustellen, aber dieser Geschichte werde ich mich ein anderes Mal zuwenden.

Übrigens – wir bleiben royal – befinden sich viele Frauen, zumindest aus französischer Sicht, de régime – was bedeutet, dass sie sich gerade einer Fasten-Kur unterziehen. Régir steht für regeln oder bestimmen, während régner regieren bedeutet. Es heißt übrigens – bleiben wir beim besten Beispiel – Louis XIV régnait sur la France, nicht en France. Mais il régnait en souverain absolu.

Und – einer meiner Lieblinge zum Thema Antonyme – folgender Satz: je suis le Roy. Kann heißen: ich bin der König. Kann aber auch heißen: ich folge den König. Man könnte also sagen, dass du doch ein eklatanter Bedeutungs-Unterschied besteht 😉 böse Falle ist hier das Verb suivre, das sich in der ersten Person Präsens wie être konjugiert. Nun, bei den meisten Menschen wird wahrscheinlich eher die zweite Aussage zutreffen, König ist ein eher seltenes Berufsbild und wird hier auch nicht mehr mit den gleichen  Enthusiasmus ausgeführt wie zu Zeiten de cher Louis XIV. In der Literatur müsste man schauen: wer spricht? In meinem Falle wäre dies wieder einfach, ich entlarve mich durch mein Geschlecht. Für Frauen hieße es ja: je suis la Reyne. Aber auch hier wird in 98 % der Fälle folgende Übersetzung zutreffen: ich folge der Königin.

À suivre,

votre Louise