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Mes chers, also wirklich. Vraiment. Da hätte sich die Autorin doch etwas mehr Mühe geben sollen – hat man doch spätestens seit der Renaissance keinen französischen König mehr mit der Krone auf dem Kopf gesehen. Während die letzten Capetinger noch die petite couronne trugen, zogen die Renaissance-Könige, manche aufrund beginnenden Weggangs des Haupthaars – schicke Kopfbedeckungen vor, siehe Louis XII und François Ier. Louis XIV, den ungefähr 130 Jahre später dasselbe Schicksal ereilte, löste das ganze in schick und bevorzugte Kunsthaar – man verzeihe mir die persönliche Anmerkung: Das sieht doch fantastisch aus! Auf den offiziellen Portraits wird die Krone nicht mehr getragen – sinnvoll bei einem Gewicht von ungefähr 5 kg – sondern wird in angemessener Weise platziert.

Zudem: Marqui(e) de Marmelade – erstaunlich, dass sie seinen Bruder, den Duc de Kackerlack, vergessen hat. Liebe Leser, das war Ironie!

Und nun stellen wir uns das ganze einmal vor – ich sehe gerade einen fiktiven Marquis vor mir, der notre cher Louis XIV erklärt: Oh, Majesté, je voudrais bien avoir un verre de Calvados » – wieso überhaupt Calvados? Auch hier hätte ein wenig Forschung geholfen. Mein Gatte – Fachmann für das Thema La France au XVIIe siècle -weist Muscadet Rousillon als bevorzugtes Getränk du grand Roy aus, oder Orangenblüten-Wasser, aber wir sind hier gerade bei den Alkoholika.

Nun spinnen wir die Szene weiter und fragen uns: Was hätte Louis XIV getan? Wahrscheinlich: Nichts. Zumindest nicht in Worten. Möglichkeit I: Augenbraue hochziehen und durch den Lurch hindurchsehen. Möglichkeit II: Offensichtlich woanders hinsehen und sagen: Je ne le verrai pas. Ich werde Ihn nicht mehr sehen. Höchststrafe, also. Denn: die Aufmerksamkeit du Roy war wie eine Währung lukrativ. Sprich, sicherlich hätte er nichts « aus dem Ärmel schüteln » müssen. Da muss ich, um eine andere Redensart unterzubringen, für den König eine Lanze brechen.

Nun, um berühmte Männer – und Frauen, wirft mein Gatte gerade ein, richtig! – ranken sich eine Menge blumige Geschichten, die teilweise bereits zu Lebzeiten einfach  nur erfunden waren. Bringt mich auf ein wunderbares weiteres Thema: Wer ist wirklich der Staat oder: L’Etat c’est moi ist kein Zitat.

Nun denn: wo kommt die Redewendung denn nun her? Es ist sehr einfach: im deutschen Sprachraum bürgerte sich seit dem Mittelalter die Bezeichnung « Krone » für Kopf, Spitze ein. Etwas auf die Spitze treiben geht in eine ähnliche Richtung. Einen in der Krone haben ist nichts anderes als: den Kopf voll haben. Das ist das ganze Mysterium.

Wenn ich allerdings solchen Schund wie den oben zitierten lesen muss, kann ich nur sagen: L’éclat c’est moi. Da rege ich mich aber auf.